Was ist Senkerodieren?
Beim Senkerodieren trägt eine zuvor geformte Elektrode Material durch elektrische Entladungen ab. Ihre Form wird dabei in das Werkstück übertragen. So lassen sich beispielsweise Vertiefungen und dreidimensionale Hohlformen herstellen, ohne dass ein Fräswerkzeug die gesamte Kontur erreichen muss.
Typische Anwendungen im Werkzeug- und Formenbau
Senkerodieren wird häufig für Formen und Werkzeuge mit anspruchsvollen Innenkonturen eingesetzt.
Spritzgießformen
Kavitäten und Formeinsätze mit feinen Strukturen, tiefen Rippen oder kleinen Innenradien.
Druckgussformen
Formeinsätze für Bauteile aus beispielsweise Aluminium oder Magnesium.
Gesenke
Dreidimensionale Konturen in Schmiedegesenken.
Stanz- und Umformwerkzeuge
Matrizen und Stempel mit komplexen Geometrien.
Welche Geometrien lassen sich senkerodieren?
Das Verfahren kommt besonders dann infrage, wenn eine Kontur nicht durch das gesamte Werkstück geschnitten werden soll.
Sacklöcher mit Sonderformen
Etwa vierkantige, sechskantige oder sternförmige Vertiefungen.
Tiefe, schmale Schlitze
Zum Beispiel Rippenstrukturen in Formeinsätzen, die mit einem Fräswerkzeug schwer zugänglich sind.
Innenverzahnungen
Verzahnungs- oder Keilwellenprofile innerhalb einer Vertiefung.
Präge- und Texturwerkzeuge
Feine Strukturen, Schriftzüge oder gezielt erzeugte Oberflächen.
Welche Werkstoffe kommen infrage?
Senkerodieren setzt einen elektrisch leitfähigen Werkstoff voraus. Dazu gehören unter anderem:
Gehärtete Werkzeugstähle
Beispielsweise die im Formenbau verwendeten Stähle 1.2343 und 1.2379.
Hartmetalle
Etwa Werkstoffe auf Basis von Wolframkarbid für verschleißfeste Werkzeuge.
Hochwarmfeste Legierungen
Nickellegierungen wie Inconel oder Hastelloy.
Titan und Titanlegierungen
Werkstoffe, die unter anderem in der Medizintechnik und Luftfahrt verwendet werden.
Aluminium und Kupfer
Auch diese Werkstoffe lassen sich grundsätzlich erodieren; die Bearbeitung muss auf Material und Bauteil abgestimmt werden.
Drahterodieren oder Senkerodieren?
Welches Verfahren zu Ihrem Bauteil passt, prüfen wir anhand Ihrer Zeichnung.
Drahterodieren
Beim Drahterodieren folgt ein dünner Draht einer Schnittkontur und erzeugt beispielsweise Durchbrüche.
Senkerodieren
Beim Senkerodieren überträgt eine geformte Elektrode ihre Kontur in das Werkstück. Das eignet sich beispielsweise für Vertiefungen und Hohlformen ohne durchgehenden Schnitt.
Senkerodieren nach Zeichnung anfragen
Senden Sie uns nach Möglichkeit Ihre technische Zeichnung und nennen Sie Werkstoff, Stückzahl sowie wichtige Maße, Toleranzen und Anforderungen an die Oberfläche. Über das Kontaktformular können Sie Ihr Projekt beschreiben. Eine vorhandene Zeichnung können Sie auch per E-Mail senden. Wir prüfen die Angaben und klären offene Fragen mit Ihnen.
Sie erreichen uns unter post@wienecke‒cnc.de oder telefonisch unter 02902 9777077.